{"id":157,"date":"2026-06-21T13:49:30","date_gmt":"2026-06-21T13:49:30","guid":{"rendered":"https:\/\/finency.com\/de\/rentenluecke-berechnen\/"},"modified":"2026-06-21T13:49:30","modified_gmt":"2026-06-21T13:49:30","slug":"rentenluecke-berechnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/finency.com\/de\/rentenluecke-berechnen\/","title":{"rendered":"Rentenluecke berechnen: Wie viel dir die gesetzliche Rente wirklich fehlt"},"content":{"rendered":"<p>Die gesetzliche Rente allein reicht f&uuml;r die meisten Menschen nicht, um den gewohnten Lebensstandard zu halten. Wie gro&szlig; die Differenz wirklich ist, findest du nur heraus, wenn du deine <strong>Rentenl&uuml;cke berechnen<\/strong> l&auml;sst &ndash; also den Abstand zwischen dem, was du im Alter brauchst, und dem, was Rentenkasse und Vorsorge tats&auml;chlich liefern. In diesem Ratgeber gehst du diese Rechnung in f&uuml;nf klaren Schritten durch, inklusive Steuer, Kranken&shy;versicherung und Inflation.<\/p>\n<p>Das Ergebnis ist oft ern&uuml;chternd, aber wertvoll: Nur wer seine L&uuml;cke in Euro kennt, kann sie gezielt schlie&szlig;en &ndash; mit der richtigen Sparrate und den passenden Bausteinen.<\/p>\n<h2>Was ist die Rentenl&uuml;cke?<\/h2>\n<p>Die Rentenl&uuml;cke ist die Differenz zwischen deinem finanziellen Bedarf im Ruhestand und deinem tats&auml;chlichen Renteneinkommen. Das gesetzliche Sicherungsniveau liegt bei rund 48 % vor Steuern &ndash; die gesetzliche Rente ersetzt also grob die H&auml;lfte des Durchschnittseinkommens. Wer mehr verdient hat oder l&auml;nger leben wird, hat tendenziell eine gr&ouml;&szlig;ere L&uuml;cke.<\/p>\n<p>Hinzu kommt: Von der Bruttorente gehen noch Steuern und Beitr&auml;ge zur Kranken- und Pflegeversicherung ab. Was am Ende netto bleibt, ist deutlich weniger, als viele erwarten.<\/p>\n<h2>Schritt 1: Die Renteninformation richtig lesen<\/h2>\n<p>Die Deutsche Rentenversicherung schickt allen Versicherten ab 27 Jahren mit mindestens f&uuml;nf Beitragsjahren einmal j&auml;hrlich eine Renteninformation. Darauf findest du drei zentrale Zahlen: deine bereits erreichte Rente, die hochgerechnete Rente bei gleichbleibenden Beitr&auml;gen und einen Hinweis zur Kaufkraft. Genau die hochgerechnete Bruttorente ist dein Ausgangspunkt.<\/p>\n<p>Wichtig: Diese Zahl ist eine Bruttorente in heutiger Kaufkraft und ber&uuml;cksichtigt weder Steuern noch die reale Preissteigerung &uuml;ber die n&auml;chsten Jahrzehnte. Beides musst du selbst herausrechnen.<\/p>\n<h2>Schritt 2: Von der Brutto- zur Nettorente<\/h2>\n<p>Von der Bruttorente ziehst du zwei Posten ab. Erstens die Kranken- und Pflegeversicherung der Rentner: Zusammen sind das grob 11 bis 12 % der Rente. Zweitens die Steuer: F&uuml;r einen Rentenbeginn im Jahr 2026 sind rund 84 % der Rente steuerpflichtig; wie viel du tats&auml;chlich zahlst, h&auml;ngt von deinem Gesamteinkommen und dem Grundfreibetrag ab. Bei kleinen Renten f&auml;llt oft gar keine Steuer an.<\/p>\n<p>Als grobe Faustregel bleiben von der Bruttorente rund 80 % netto &uuml;brig. Aus 1.900 &euro; brutto werden so etwa 1.500 &euro; netto &ndash; und mit diesem Nettobetrag rechnest du weiter.<\/p>\n<h2>Schritt 3: Deinen Bedarf im Alter bestimmen<\/h2>\n<p>Jetzt bestimmst du, wie viel Geld du monatlich brauchst. Als Richtwert gelten rund 80 % deines heutigen Nettoeinkommens, weil einige Kosten im Alter wegfallen (etwa Beitr&auml;ge zur Rentenversicherung oder abbezahlte Kredite), andere aber steigen (Gesundheit, Pflege, Freizeit). Wer im Alter eine abbezahlte Immobilie bewohnt, kommt oft mit weniger aus.<\/p>\n<p>Die Differenz zwischen diesem Bedarf und deiner Nettorente ist deine nominale Rentenl&uuml;cke. Die folgende Beispielrechnung macht das greifbar.<\/p>\n<table class=\"fp-table\">\n<thead>\n<tr>\n<th>Position<\/th>\n<th>Betrag pro Monat<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Heutiges Nettoeinkommen<\/td>\n<td>2.800 &euro;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Bedarf im Alter (rund 80 %)<\/td>\n<td>2.240 &euro;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Erwartete Nettorente<\/td>\n<td>1.500 &euro;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><strong>Rentenl&uuml;cke<\/strong><\/td>\n<td><strong>740 &euro;<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<h2>Schritt 4: Inflation nicht vergessen<\/h2>\n<p>Der gef&auml;hrlichste Fehler ist, die Inflation zu ignorieren. 740 &euro; L&uuml;cke klingen &uuml;berschaubar &ndash; doch in 30 Jahren ist die Kaufkraft dieses Betrags bei 2 % Inflation nur noch gut die H&auml;lfte wert. Umgekehrt musst du sp&auml;ter deutlich mehr Euro aufbringen, um denselben Lebensstandard zu finanzieren.<\/p>\n<div class=\"fp-callout fp-callout--warning\">Rechne deine L&uuml;cke immer real, nicht nominal. Warum Geld auf dem Konto &uuml;ber die Jahre still an Wert verliert und wie du dich davor sch&uuml;tzt, erkl&auml;rt unser Beitrag zu <a href=\"\/de\/inflation-kaufkraft-schuetzen\/\">Inflation und Kaufkraft<\/a>. Als grobe Regel solltest du deine geplante Sparrate regelm&auml;&szlig;ig an die Teuerung anpassen.<\/div>\n<h2>Schritt 5: N&ouml;tige Sparrate ableiten<\/h2>\n<p>Aus der monatlichen L&uuml;cke leitest du das ben&ouml;tigte Kapital ab. Eine verbreitete Faustregel ist die 4-Prozent-Regel: Du kannst dauerhaft etwa 4 % deines Verm&ouml;gens pro Jahr entnehmen. Um 740 &euro; im Monat (8.880 &euro; im Jahr) zu decken, brauchst du also grob 222.000 &euro; angespartes Kapital.<\/p>\n<p>Diese Summe baust du &uuml;ber einen breit gestreuten Aktien-ETF auf. Bei rund 6 % durchschnittlicher Rendite pro Jahr und 30 Jahren Anlagedauer gen&uuml;gen daf&uuml;r etwa 220 &euro; monatliche Sparrate. Je fr&uuml;her du startest, desto st&auml;rker arbeitet der Zinseszins f&uuml;r dich. Wie du so einen Sparplan einrichtest, zeigt der <a href=\"\/de\/etf-sparplan-einsteiger\/\">ETF-Sparplan f&uuml;r Einsteiger<\/a>. Ob du eine gr&ouml;&szlig;ere Summe lieber sofort oder gestaffelt investierst, ist eine eigene Frage.<\/p>\n<p>Die L&uuml;cke musst du nicht mit einem einzigen Baustein schlie&szlig;en. Kombiniere gesetzliche Rente, <a href=\"\/de\/betriebliche-altersvorsorge-bav\/\">betriebliche Altersvorsorge<\/a>, das kommende <a href=\"\/de\/altersvorsorgedepot-2027\/\">gef&ouml;rderte Altersvorsorgedepot<\/a> und private ETFs zu einem robusten Gesamtplan.<\/p>\n<div class=\"fp-faq\">\n<details class=\"fp-faq-item\">\n<summary>Wo finde ich die Zahlen f&uuml;r meine Rentenl&uuml;cke?<\/summary>\n<div class=\"fp-faq-a\">Die hochgerechnete Bruttorente steht in deiner j&auml;hrlichen Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung. Dein heutiges Nettoeinkommen findest du auf der Gehaltsabrechnung. Mit beiden Werten und den Abz&uuml;gen f&uuml;r Steuer und Krankenversicherung kannst du die L&uuml;cke selbst ausrechnen.<\/div>\n<\/details>\n<details class=\"fp-faq-item\">\n<summary>Wie viel Prozent meines Einkommens brauche ich im Alter?<\/summary>\n<div class=\"fp-faq-a\">Als Richtwert gelten rund 80 % des letzten Nettoeinkommens. Wer im Alter mietfrei wohnt oder bescheiden lebt, kommt oft mit weniger aus. Wer viel reisen oder h&ouml;here Gesundheitskosten einplanen muss, sollte eher mehr ansetzen.<\/div>\n<\/details>\n<details class=\"fp-faq-item\">\n<summary>Muss ich meine Rente wirklich versteuern?<\/summary>\n<div class=\"fp-faq-a\">Ja, ein wachsender Anteil der Rente ist steuerpflichtig; f&uuml;r einen Rentenbeginn 2026 sind es rund 84 %. Ob tats&auml;chlich Steuer anf&auml;llt, h&auml;ngt aber von deinem Gesamteinkommen ab. Kleine Renten bleiben durch den Grundfreibetrag h&auml;ufig steuerfrei.<\/div>\n<\/details>\n<details class=\"fp-faq-item\">\n<summary>Ab wann sollte ich mit dem Schlie&szlig;en der L&uuml;cke beginnen?<\/summary>\n<div class=\"fp-faq-a\">So fr&uuml;h wie m&ouml;glich. Wegen des Zinseszinses ist jeder Euro, den du mit 25 statt mit 45 anlegst, ein Vielfaches wert. Selbst kleine Raten summieren sich &uuml;ber Jahrzehnte zu betr&auml;chtlichen Betr&auml;gen.<\/div>\n<\/details>\n<\/div>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>Deine <strong>Rentenl&uuml;cke berechnen<\/strong> hei&szlig;t: Bedarf im Alter minus erwartete Nettorente, ehrlich um Steuer, Krankenversicherung und Inflation bereinigt. Erst diese reale Zahl zeigt, wie viel du monatlich zur&uuml;cklegen musst. Mit einem fr&uuml;h gestarteten, breit gestreuten ETF-Sparplan und den gef&ouml;rderten Bausteinen der Altersvorsorge l&auml;sst sich selbst eine gro&szlig;e L&uuml;cke &uuml;ber die Jahre gut schlie&szlig;en &ndash; entscheidend ist, heute anzufangen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rentenl\u00fccke berechnen in f\u00fcnf Schritten: vom Rentenbescheid \u00fcber Steuer, Krankenversicherung und Inflation bis zur n\u00f6tigen Sparrate f\u00fcr den Ruhestand.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":158,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[211,226,225,228,227],"class_list":["post-157","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-investments","tag-altersvorsorge","tag-renteninformation","tag-rentenlucke","tag-sparrate","tag-versorgungslucke"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/finency.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/157","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/finency.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/finency.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/finency.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/finency.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=157"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/finency.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/157\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/finency.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/158"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/finency.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=157"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/finency.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=157"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/finency.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=157"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}