Die Hausratversicherung gehört zu den wichtigsten Policen für Mieter wie Eigentümer: Sie ersetzt Ihr Inventar, wenn Feuer, Leitungswasser, ein Sturm oder ein Einbruch die Wohnungseinrichtung zerstört. Doch der beste Schutz nützt wenig, wenn die Versicherungssumme zu niedrig angesetzt ist. Dieser Ratgeber erklärt, was in der Hausratversicherung versichert ist, wie Sie die richtige Summe berechnen und wie Sie eine teure Unterversicherung sicher vermeiden.

Was die Hausratversicherung abdeckt

Versichert ist der gesamte bewegliche Hausrat – vereinfacht alles, was herausfiele, wenn man die Wohnung auf den Kopf stellte. Dazu zählen Möbel, Elektrogeräte, Kleidung, Geschirr, Teppiche, Wertsachen und in Grenzen auch Bargeld. Die Police leistet bei folgenden Gefahren:

In diesem Artikel
  • Feuer, Blitzschlag und Explosion
  • Leitungswasser, etwa aus geplatzten Rohren oder der Waschmaschine
  • Sturm ab Windstärke 8 und Hagel
  • Einbruchdiebstahl, Raub und Vandalismus nach einem Einbruch

Entschädigt wird zum Neuwert: Sie erhalten den Betrag, den die Wiederbeschaffung eines neuen, gleichwertigen Gegenstands kostet – nicht den geringeren Zeitwert der alten Sache.

Die richtige Versicherungssumme berechnen

Die Versicherungssumme soll dem Neuwert Ihres gesamten Hausrats entsprechen. Es gibt zwei Wege, sie zu bestimmen. Beim exakten Verfahren erstellen Sie eine Inventarliste und addieren die Wiederbeschaffungswerte. Der einfachere und in Deutschland übliche Weg ist die Pauschalmethode: Versicherer setzen häufig 650 € pro Quadratmeter Wohnfläche an.

Für eine 70-Quadratmeter-Wohnung ergibt das eine Versicherungssumme von 45.500 €. Wer diese Pauschale wählt, erhält im Gegenzug meist einen Unterversicherungsverzicht – ein entscheidender Vorteil, den wir gleich erklären.

Wohnfläche Pauschale (650 €/m²)
50 m² 32.500 €
70 m² 45.500 €
100 m² 65.000 €
120 m² 78.000 €

Unterversicherung vermeiden

Eine Unterversicherung liegt vor, wenn die vereinbarte Summe niedriger ist als der tatsächliche Wert des Hausrats. Der Versicherer darf dann auch Teilschäden nur anteilig ersetzen. Ein Beispiel: Ist Ihr Hausrat 60.000 € wert, Sie haben aber nur 40.000 € versichert, erstattet der Versicherer bei einem Schaden von 6.000 € lediglich zwei Drittel – also 4.000 €.

Vereinbaren Sie einen Unterversicherungsverzicht. Setzen Sie die Summe nach der 650-€-Pauschale an, verzichtet der Versicherer auf den Einwand der Unterversicherung – selbst wenn Ihr Hausrat im Einzelfall mehr wert ist, wird der Schaden dann voll ersetzt.

Entschädigungsgrenzen und Wertsachen

Auch bei ausreichender Summe gelten Höchstgrenzen für bestimmte Werte. Für Bargeld ist die Entschädigung oft auf wenige Tausend Euro begrenzt, für Schmuck und andere Wertsachen meist auf 20 bis 30 Prozent der Versicherungssumme, sofern sie nicht in einem anerkannten Tresor liegen. Prüfen Sie diese Sublimits, wenn Sie teuren Schmuck oder größere Bargeldbestände besitzen, und passen Sie sie bei Bedarf nach oben an.

Sinnvolle Zusatzbausteine

Einige Bausteine fehlen im Standardtarif, gehören aber für die meisten Haushalte dazu:

Wovon der Beitrag abhängt

Der Preis einer Hausratversicherung wird von mehreren Faktoren bestimmt. Am stärksten wirkt die Wohnfläche, denn sie legt über die Quadratmeter-Pauschale direkt die Versicherungssumme fest. Hinzu kommt der Wohnort: In Regionen mit hoher Einbruchhäufigkeit sind die Beiträge spürbar höher als auf dem Land. Auch die gewählten Zusatzbausteine, eine vereinbarte Selbstbeteiligung und die Bauart des Gebäudes fließen ein. Für eine durchschnittliche Mietwohnung bewegen sich die Kosten meist im niedrigen bis mittleren zweistelligen Euro-Bereich pro Monat – ein überschaubarer Preis für den Ersatz des kompletten Hausrats zum Neuwert.

Außenversicherung: Schutz auch unterwegs

Die Hausratversicherung schützt Ihr Eigentum nicht nur zu Hause. Über die sogenannte Außenversicherung sind Gegenstände, die Sie vorübergehend außerhalb der Wohnung mitführen, für einen begrenzten Zeitraum mitversichert – etwa das Notebook auf Reisen oder der Koffer im Hotel. Die Entschädigung ist dabei meist auf einen bestimmten Prozentsatz der Versicherungssumme gedeckelt und zeitlich befristet, oft auf drei Monate. Für Studierende ist zudem wichtig: Das WG-Zimmer oder die Zweitwohnung am Studienort kann über die Hausratversicherung der Eltern mitversichert sein, solange dort der Hauptwohnsitz bestehen bleibt.

Auch eine Selbstbeteiligung lässt sich vereinbaren. Wer bereit ist, Kleinschäden selbst zu tragen, senkt damit den Jahresbeitrag spürbar. Ob sich das lohnt, hängt von Ihrem finanziellen Puffer ab: Für die meisten Haushalte ist eine moderate Selbstbeteiligung ein guter Kompromiss zwischen Beitrag und Schutz.

Versicherungssumme regelmäßig prüfen

Denken Sie daran, die Versicherungssumme in Abständen zu überprüfen. Nach einem Umzug in eine größere Wohnung, dem Kauf hochwertiger Elektronik oder einer neuen Küche kann der Wert des Hausrats deutlich steigen. Wächst die Wohnfläche, passt sich bei der Quadratmeter-Pauschale die Summe automatisch an – bei größeren Neuanschaffungen sollten Sie den Wert dagegen aktiv anpassen. Andernfalls droht trotz Unterversicherungsverzicht eine Lücke, weil die vereinbarte Summe die vereinbarte Höchstentschädigung bleibt.

Was die Hausratversicherung nicht zahlt

Schäden am Gebäude selbst – etwa an Mauern, Dach oder fest verlegten Böden – fallen nicht in die Hausrat, sondern in die Wohngebäudeversicherung. Auch Schäden, die Sie anderen zufügen, sind nicht gedeckt; dafür ist die private Haftpflichtversicherung zuständig. Schäden durch Krieg, Kernenergie oder vorsätzliches Handeln sind grundsätzlich ausgeschlossen.

Fazit

Eine Hausratversicherung schützt Ihr gesamtes Inventar zum Neuwert – vorausgesetzt, die Versicherungssumme stimmt. Mit der Pauschale von 650 € pro Quadratmeter und einem Unterversicherungsverzicht sind Sie auf der sicheren Seite und vermeiden anteilige Kürzungen im Schadenfall. Prüfen Sie zusätzlich die Entschädigungsgrenzen für Wertsachen und ergänzen Sie sinnvolle Bausteine wie Elementarschutz oder den Verzicht auf grobe Fahrlässigkeit.

Wie viel kostet eine Hausratversicherung?
Der Beitrag hängt von Wohnfläche, Wohnort und gewählten Bausteinen ab. Für eine durchschnittliche Wohnung liegen die Kosten oft zwischen 60 und 200 Euro im Jahr.
Was bedeutet 650 Euro pro Quadratmeter?
Das ist die gängige Pauschale zur Berechnung der Versicherungssumme. Sie sichert einen Unterversicherungsverzicht und erspart Ihnen das genaue Auflisten des Inventars.
Ist mein Fahrrad über die Hausrat versichert?
Gegen Feuer ja, gegen Diebstahl nur mit dem Zusatzbaustein Fahrraddiebstahl. Beachten Sie dabei mögliche Nachtzeitklauseln und die vereinbarte Höchstentschädigung.
Zahlt die Hausrat bei einem Schaden durch Hochwasser?
Nein, dafür brauchen Sie den Zusatz Elementarschäden. Der Standardtarif deckt nur Leitungswasser aus Rohren und Geräten, nicht Überschwemmung oder Starkregen.
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