Was passiert finanziell, wenn der Hauptverdiener einer Familie plötzlich stirbt? Genau für dieses Risiko gibt es die Risikolebensversicherung. Sie zahlt beim Tod der versicherten Person eine vorher vereinbarte Summe an die Hinterbliebenen – steuerfrei und ohne Zweckbindung. Für Familien mit Kindern und für alle, die eine Baufinanzierung abbezahlen, gehört sie zu den wichtigsten Absicherungen überhaupt. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie hoch die Versicherungssumme sein sollte und worauf Sie beim Abschluss achten müssen.
Anders als eine Kapitallebensversicherung spart die Risikolebensversicherung kein Geld an. Sie ist reiner Todesfallschutz – und genau deshalb so günstig. Ein gesunder 30-Jähriger zahlt für 300.000 € Absicherung über 20 Jahre oft nur 10 bis 20 € im Monat.
In diesem Artikel
Wer braucht eine Risikolebensversicherung?
Sinnvoll ist die Police immer dann, wenn andere Menschen finanziell von Ihnen abhängen oder gemeinsame Schulden bestehen. Typische Fälle:
- Familien mit Kindern, bei denen ein Elternteil das Haupteinkommen erwirtschaftet
- Paare mit einer laufenden Baufinanzierung oder einem größeren Kredit
- Unverheiratete Partner, die gemeinsam ein Haus finanzieren
- Selbstständige mit Geschäftspartnern oder Bürgschaften
Wer alleinstehend und ohne Schulden ist, braucht dagegen in der Regel keine Risikolebensversicherung – hier ist das Geld in einer Berufsunfähigkeitsversicherung meist besser angelegt.
Wie hoch sollte die Versicherungssumme sein?
Die richtige Summe ist die zentrale Frage. Als grobe Faustregel gilt das Drei- bis Fünffache des Jahresbruttoeinkommens. Bei einer Baufinanzierung sollte die Summe mindestens die Restschuld abdecken, damit die Familie das Haus halten kann. Ergänzend spielt der Versorgungsbedarf der Kinder bis zum Ende der Ausbildung eine Rolle.
| Lebenssituation | Empfohlene Summe | Grund |
|---|---|---|
| Junge Familie, 2 Kinder | 3–5 Jahresgehälter | Einkommen bis zur Selbstständigkeit der Kinder ersetzen |
| Baufinanzierung 350.000 € | Höhe der Restschuld | Immobilie soll schuldenfrei bleiben |
| Paar ohne Kinder, Kredit | Kreditsumme | Partner soll nicht auf Schulden sitzen bleiben |
Über Kreuz versichern bei unverheirateten Paaren
Ein wichtiger Kniff für nicht verheiratete Paare ist die Über-Kreuz-Versicherung. Dabei versichert jeder Partner das Leben des anderen und ist selbst Versicherungsnehmer und Begünstigter. Der Vorteil: Die Auszahlung fällt nicht unter die Erbschaftsteuer, weil sie nicht aus dem Nachlass stammt. Bei Ehepaaren ist das dank hoher Freibeträge weniger kritisch, bei Unverheirateten kann so eine hohe Steuerlast vermieden werden.
Worauf Sie beim Abschluss achten sollten
Neben der Summe entscheiden einige Vertragsdetails über die Qualität der Police:
- Nachversicherungsgarantie: Sie können die Summe bei Ereignissen wie Heirat, Geburt oder Hauskauf ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöhen.
- Gesundheitsfragen: Beantworten Sie diese unbedingt wahrheitsgemäß – falsche Angaben kosten im Todesfall den Versicherungsschutz.
- Nichtraucher-Tarif: Raucher zahlen deutlich mehr. Wer das Rauchen aufgibt, kann den Tarif oft anpassen.
- Vorgezogene Todesfallleistung: Bei einigen Tarifen wird bei unheilbarer Krankheit schon zu Lebzeiten gezahlt.
- Sehr günstiger Beitrag für hohe Summen
- Steuerfreie Auszahlung an Hinterbliebene
- Ideal zur Absicherung der Baufinanzierung
- Flexible Laufzeit und Summe wählbar
- Keine Auszahlung, wenn Sie die Laufzeit überleben
- Kein Sparanteil, keine Rendite
- Gesundheitsprüfung beim Abschluss
- Beitrag steigt mit Eintrittsalter
Die richtige Laufzeit wählen
Die Laufzeit sollte so lange reichen, wie ein Versorgungsbedarf besteht. Für Familien heißt das in der Regel: bis die Kinder wirtschaftlich auf eigenen Beinen stehen, also etwa bis zum Ende von Studium oder Ausbildung. Bei der Kreditabsicherung orientiert sich die Laufzeit an der Dauer der Baufinanzierung. Wählen Sie sie lieber etwas großzügiger, denn eine spätere Verlängerung erfordert eine erneute Gesundheitsprüfung und wird mit steigendem Alter teurer.
Ein weiterer Vorteil: Viele Versicherer bieten eine Beitragsgarantie über die gesamte Laufzeit. Der Beitrag, den Sie mit 30 abschließen, bleibt dann bis zum Ende stabil – unabhängig davon, wie sich Ihr Gesundheitszustand entwickelt.
Risikoleben und Baufinanzierung
Gerade beim Immobilienkauf ist die Risikolebensversicherung fast unverzichtbar. Stirbt ein Kreditnehmer, muss der überlebende Partner die Raten allein tragen – oft unmöglich. Mit einer passenden Police in Höhe der Restschuld bleibt das Zuhause der Familie erhalten. Wer die Grundlagen der Baufinanzierung plant, sollte die Risikoleben deshalb von Anfang an mit einkalkulieren.
Ein kurzes Rechenbeispiel verdeutlicht den Bedarf: Ein Paar finanziert eine Wohnung mit 350.000 € und hat zwei kleine Kinder. Verstirbt der Hauptverdiener, fehlen sowohl das Einkommen als auch der Beitrag zur Kredittilgung. Eine Risikoleben über 350.000 € tilgt in diesem Fall die Restschuld vollständig – die Familie bleibt schuldenfrei im Eigenheim wohnen. Ergänzend deckt eine zweite, kleinere Police den laufenden Lebensunterhalt der Kinder ab. So lassen sich beide Ziele – Immobilie sichern und Familie versorgen – sauber trennen und gezielt absichern.
Wie viel kostet eine Risikolebensversicherung?
Ist die Auszahlung steuerfrei?
Konstante oder fallende Summe wählen?
Muss ich Gesundheitsfragen beantworten?
Fazit
Die Risikolebensversicherung ist ein preiswertes und wirksames Instrument, um Familie und Baufinanzierung abzusichern. Wählen Sie die Summe großzügig, achten Sie auf eine Nachversicherungsgarantie und beantworten Sie die Gesundheitsfragen ehrlich. Für unverheiratete Paare lohnt der Über-Kreuz-Abschluss. Wer zusätzlich sparen möchte, sollte Absicherung und Geldanlage trennen – warum das meist die bessere Wahl ist, lesen Sie im Vergleich Risiko- vs. Kapitallebensversicherung. Kombiniert mit einer privaten Haftpflicht und einem Blick in unsere Rubrik Versicherungen ist Ihre Familie solide geschützt.