Viele Arbeitnehmer verschenken jedes Jahr bares Geld, weil sie eine simple Zusatzleistung nicht abrufen: die vermögenswirksamen Leistungen. Wer vermögenswirksame Leistungen in ETFs lenkt, kombiniert einen Zuschuss vom Arbeitgeber mit einer staatlichen Prämie und den langfristigen Renditechancen der Aktienmärkte – ein selten gutes Gesamtpaket für den Vermögensaufbau.
In diesem Ratgeber erfährst du, was VL genau sind, wie viel Geld dir zusteht, wie du einen VL-ETF-Sparplan einrichtest und worauf du bei der Arbeitnehmersparzulage achten musst.
In diesem Artikel
Was vermögenswirksame Leistungen sind
Vermögenswirksame Leistungen (VL) sind ein Geldbetrag, den viele Arbeitgeber zusätzlich zum Gehalt zahlen – oft bis zu 40 € im Monat, also 480 € im Jahr. Grundlage ist häufig ein Tarifvertrag, eine Betriebsvereinbarung oder der Arbeitsvertrag. Wichtig: Der Betrag steht dir häufig zu, aber er wird nur ausgezahlt, wenn du ihn in einen anerkannten VL-Vertrag einzahlst. Tust du nichts, verfällt das Geld schlicht.
Der Arbeitgeber überweist die VL direkt auf deinen Sparvertrag. Zahlt dein Chef weniger als das Maximum oder gar nichts, kannst du meist aus deinem Nettogehalt auf die 40 € pro Monat aufstocken, um die volle staatliche Förderung mitzunehmen. Ob und in welcher Höhe VL fließen, ist branchenabhängig: Im öffentlichen Dienst und in vielen Tarifbranchen sind sie fest vereinbart, in kleineren Betrieben lohnt oft ein direktes Nachfragen. Selbst wer keinen Zuschuss erhält, kann den Vertrag mit eigenen Mitteln besparen und trotzdem die Sparzulage sichern.
Warum ein ETF der Renditebringer ist
VL kannst du in verschiedene Verträge stecken: Banksparplan, Bausparvertrag oder eben einen Aktienfonds- beziehungsweise ETF-Sparplan. Für den langfristigen Vermögensaufbau ist der VL-ETF meist die renditestärkste Wahl. Statt magerer Zinsen profitierst du von der Entwicklung breit gestreuter Aktienmärkte. Wie das Prinzip funktioniert, erklärt der ETF-Sparplan für Einsteiger im Detail.
Ein weiterer Vorteil: VL-ETF-Sparpläne bilden häufig breite Indizes ab, etwa den MSCI World. Damit ist die Anlage automatisch global gestreut, ähnlich einem klassischen Weltportfolio nach 70/30. Achte trotzdem auf die Kosten: Nicht jeder VL-Vertrag ist günstig, und wie stark die TER und versteckte Kosten deine Rendite über Jahre schmälern, wird oft unterschätzt.
Die Arbeitnehmersparzulage: Geld vom Staat obendrauf
Bei einem VL-ETF gibt es zusätzlich die staatliche Arbeitnehmersparzulage – aber nur, wenn dein zu versteuerndes Einkommen unter bestimmten Grenzen liegt.
| Merkmal | VL-ETF (Aktienfonds) |
|---|---|
| Sparzulage | 20 % auf bis zu 400 € pro Jahr |
| Maximale Zulage | bis zu 80 € pro Jahr |
| Einkommensgrenze (zvE) | 40.000 € Ledige / 80.000 € Verheiratete |
| Bindungsfrist | 6 Jahre einzahlen, 1 Jahr ruhen |
Konkret: Zahlst du 400 € im Jahr in einen VL-ETF, gibt es bis zu 80 € Sparzulage vom Staat obendrauf. Kombiniert mit dem Arbeitgeberanteil ist das eine Rendite, die kein normales Sparprodukt erreicht. Die Sparzulage beantragst du nicht direkt, sondern über die jährliche Steuererklärung – dazu liefert dein VL-Anbieter eine elektronische Bescheinigung.
Schritt für Schritt zum VL-ETF-Sparplan
- Anspruch prüfen: Schau in Arbeitsvertrag, Tarifvertrag oder frag die Personalabteilung, ob und wie viel VL dir zustehen.
- Anbieter wählen: Einen VL-fähigen ETF-Sparplan suchen. Ein Neobroker-Vergleich hilft, günstige Konditionen und passende ETFs zu finden.
- Vertrag anlegen: Du erhältst eine Vertragsnummer, die du an den Arbeitgeber weitergibst.
- Überweisung starten: Der Arbeitgeber überweist die VL monatlich direkt in den Sparplan.
- Sparzulage sichern: In der Steuererklärung die Anlage VL nicht vergessen.
Denk daran, für die Kapitalerträge auch hier einen Freistellungsauftrag richtig einzurichten, damit Gewinne innerhalb des Sparerpauschbetrags steuerfrei bleiben.
VL-ETF, Bausparen oder Banksparplan?
Nicht jeder VL-Vertrag ist gleich. Grundsätzlich hast du drei Wege, die alle förderfähig sein können. Der VL-ETF-Sparplan bietet die höchsten Renditechancen, weil dein Geld in Aktien fließt – dafür schwankt der Kurs. Der VL-Bausparvertrag lohnt vor allem, wenn du später bauen oder modernisieren willst; hier gibt es eine eigene Wohnungsbauprämie, allerdings mit niedrigen Zinsen. Der VL-Banksparplan ist sicher, aber renditeschwach und wird meist nicht extra bezuschusst. Für den reinen Vermögensaufbau über viele Jahre ist der ETF-Weg in der Regel am attraktivsten, weil Zeit die Schwankungen glättet und die Aktienmarktrendite den Unterschied macht. Wer parallel fürs Alter vorsorgen will, sollte zusätzlich die betriebliche Altersvorsorge prüfen, denn beide Bausteine lassen sich problemlos kombinieren.
- Zuschuss vom Arbeitgeber, oft bis 480 € im Jahr
- Bis zu 80 € staatliche Sparzulage jährlich
- Renditechancen breit gestreuter Aktien-ETFs
- Sparzulage nur unter der Einkommensgrenze
- Guthaben ist bis zum Ablauf gebunden
- Kurschwankungen wie bei jedem Aktien-ETF
Bekomme ich VL, auch wenn mein Arbeitgeber nichts zahlt?
Was passiert, wenn ich den Job wechsle?
Kann ich mehrere VL-Verträge haben?
Was passiert nach den sieben Jahren?
Fazit
Wer vermögenswirksame Leistungen in ETFs anlegt, macht aus einer oft ignorierten Zusatzleistung ein starkes Sparinstrument: Arbeitgeberzuschuss, staatliche Sparzulage und Aktienmarktrendite greifen ineinander. Prüfe deinen Anspruch, wähle einen günstigen VL-ETF-Sparplan und vergiss die Anlage VL in der Steuererklärung nicht – so holst du das Maximum aus dem Geld vom Chef heraus.