Die Rürup-Rente, offiziell Basisrente genannt, ist die staatlich geförderte Altersvorsorge für alle, die keinen Zugang zur Riester-Förderung haben – allen voran Selbstständige und Freiberufler. Ihr stärkstes Argument liegt im Steuerrecht: Im Jahr 2026 lassen sich bis zu 30.826 € an Vorsorgebeiträgen (Ledige) beziehungsweise 61.652 € (zusammenveranlagte Paare) als Sonderausgaben absetzen – und das zu 100 Prozent. Für Gutverdiener mit hoher Steuerlast bedeutet das eine spürbare Ersparnis.
Dieser Ratgeber erklärt, wie die Rürup-Rente funktioniert, welcher Steuervorteil realistisch ist und für wen sich die Basisrente lohnt – aber auch, welche Nachteile Sie kennen sollten.
In diesem Artikel
Wie die Rürup-Rente funktioniert
Die Basisrente ist der gesetzlichen Rente nachempfunden. Sie zahlen flexibel Beiträge ein und erhalten dafür ab Rentenbeginn eine lebenslange monatliche Rente (Leibrente). Damit der Staat die steuerliche Förderung gewährt, gelten strenge Regeln:
- Auszahlung frühestens ab dem 62. Lebensjahr (bei Verträgen ab 2012), ausschließlich als monatliche Rente – keine Kapitalauszahlung auf einen Schlag.
- Der Vertrag ist nicht vererbbar, nicht übertragbar, nicht beleihbar und nicht kündbar (nur beitragsfrei stellbar).
- Das Guthaben ist in der Ansparphase pfändungssicher und wird nicht auf das Bürgergeld angerechnet.
Ein Hinterbliebenenschutz für Ehepartner und kindergeldberechtigte Kinder lässt sich optional einschließen – das kostet allerdings Rendite.
Der Steuervorteil im Detail
Der absetzbare Höchstbetrag ist an den Beitrag zur knappschaftlichen Rentenversicherung gekoppelt und steigt jährlich. Wichtig: Auf den Höchstbetrag werden bereits geleistete Altersvorsorgeaufwendungen angerechnet – etwa Ihre Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung oder zu einem berufsständischen Versorgungswerk. Bei Angestellten bleibt daher oft weniger Spielraum als bei Selbstständigen, die komplett selbst vorsorgen.
Auszahlung: die nachgelagerte Besteuerung
Was in der Ansparphase steuerfrei bleibt, wird in der Rentenphase besteuert. Für einen Rentenbeginn im Jahr 2026 liegt der steuerpflichtige Anteil bei 84 Prozent; er steigt für spätere Jahrgänge weiter bis auf 100 Prozent. Da der persönliche Steuersatz im Ruhestand meist niedriger ausfällt als im Erwerbsleben, bleibt in der Gesamtrechnung häufig ein Vorteil – vorausgesetzt, Sie erreichen ein durchschnittliches Lebensalter.
Klassisch oder fondsgebunden?
Wie bei Riester gibt es die Basisrente als klassische Versicherung mit garantierter Verzinsung oder als fondsgebundene Variante mit ETFs und höheren Renditechancen. Wer noch viele Jahre bis zur Rente hat, fährt mit einer kostengünstigen fondsgebundenen Lösung meist besser. Achten Sie auf niedrige Abschluss- und Verwaltungskosten – sie sind der größte Renditekiller.
Für wen sich die Basisrente eignet
- Hoher, voll absetzbarer Höchstbetrag – ideal für Selbstständige und Gutverdiener.
- Lebenslange Rente ohne das Risiko, das Kapital zu früh aufzubrauchen.
- Pfändungs- und insolvenzsicher in der Ansparphase.
- Keine Kapitalauszahlung, keine Kündigung – sehr unflexibel.
- Ohne Zusatzschutz nicht vererbbar; bei frühem Tod verfällt das Kapital.
- Volle Besteuerung der Rente in der Auszahlungsphase.
Besonders attraktiv ist die Rürup-Rente für ältere Selbstständige, die in wenigen Jahren viel einzahlen und dabei maximal Steuern sparen wollen. Für Angestellte lohnt eher ein Blick auf die Riester-Rente oder die betriebliche Altersvorsorge. Eine direkte Gegenüberstellung liefert der Beitrag Riester vs. Rürup.
Wer maximale Flexibilität statt Steuervorteil sucht, kann alternativ oder ergänzend einen ETF-Sparplan aufbauen – ohne Zugriffssperren, aber auch ohne staatliche Förderung.
Auf diese Kosten sollten Sie achten
Der Steuervorteil nützt wenig, wenn hohe Gebühren die Rendite auffressen. Klassische Basisrenten-Tarife enthalten oft üppige Abschluss- und Verwaltungskosten, die in den ersten Jahren einen Großteil der Beiträge verzehren. Achten Sie deshalb auf die ausgewiesenen Effektivkosten des Vertrags – je niedriger, desto besser. Nettotarife ohne Abschlussprovision, die Sie über ein separates Honorar bezahlen, sind für viele Selbstständige die transparentere Wahl. Auch die Verrentungskonditionen sind entscheidend: Der garantierte Rentenfaktor bestimmt, wie viel monatliche Rente Sie später je 10.000 € angespartem Kapital erhalten. Ein guter Vertrag zeichnet sich durch niedrige Kosten und einen fairen Rentenfaktor aus.
Beiträge flexibel gestalten
Ein großer Vorteil der Rürup-Rente für Selbstständige ist die Beitragsflexibilität. Sie sind nicht an feste monatliche Raten gebunden, sondern können Ihre Einzahlungen an die Auftragslage anpassen. In einem starken Jahr leisten Sie eine hohe Sonderzahlung und sichern sich den maximalen Steuervorteil; in einem schwächeren Jahr setzen Sie die Beiträge aus. So steuern Sie Ihre Steuerlast aktiv und zahlen genau dann ein, wenn es sich am meisten lohnt. Prüfen Sie Ihren persönlichen Höchstbetrag jährlich, denn er steigt und hängt von Ihren übrigen Altersvorsorgebeiträgen ab.
Wie viel kann ich 2026 über die Rürup-Rente absetzen?
Kann ich mir die Rürup-Rente als Einmalbetrag auszahlen lassen?
Was passiert mit dem Guthaben, wenn ich früh sterbe?
Eignet sich Rürup auch für Angestellte?
Fazit
Die Rürup-Rente ist ein Spezialwerkzeug. Für Selbstständige ohne Zugang zu Riester oder bAV und für gut verdienende Steuerzahler ist die Basisrente eine der effizientesten Möglichkeiten, gefördert fürs Alter zu sparen. Der Preis dafür ist maximale Unflexibilität: kein vorzeitiger Zugriff, keine Kapitalauszahlung, keine Vererbung ohne Zusatzschutz. Wer diese Einschränkungen akzeptiert und den Steuervorteil konsequent nutzt, holt aus der Rürup-Rente 2026 viel heraus. Alle anderen sollten die Basisrente nur als einen Baustein neben flexibleren Anlagen betrachten.