Für Selbstständige und Gutverdiener gibt es kaum ein wirkungsvolleres Instrument zum Steuersparen im Alter als die Rürup-Rente, offiziell Basisrente genannt. Ihr Prinzip ist einfach: Du zahlst Beiträge ein, setzt sie als Sonderausgaben ab und senkst so deine Steuerlast im laufenden Jahr deutlich. Im Jahr 2026 lassen sich bis zu rund 30.826 Euro absetzen, bei Zusammenveranlagung sogar das Doppelte. Im Gegenzug bindest du dein Kapital langfristig und versteuerst die spätere Rente. Dieser Ratgeber zeigt, wie du die Rürup-Rente als Steuer-Hebel nutzt und welche Nachteile du kennen solltest.
So funktioniert die Basisrente
Die Basisrente ist der Altersvorsorge nach dem Vorbild der gesetzlichen Rente nachempfunden. Beiträge fließen in einen Vertrag, der ausschließlich eine lebenslange monatliche Rente ab frühestens 62 Jahren auszahlt. Eine Kapitalauszahlung wie bei einer klassischen Rentenversicherung gibt es nicht. Dafür ist das angesparte Vermögen in der Ansparphase besonders geschützt: Es ist nicht pfändbar, nicht beleihbar und nicht auf Dritte übertragbar. Auch bei Bezug von Bürgergeld bleibt es unangetastet.
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Diese strengen Regeln sind der Preis für die großzügige Förderung. Wer maximale Flexibilität sucht, ist mit einem freien ETF-Sparplan besser bedient. Die Rürup-Rente spielt ihre Stärke dagegen dort aus, wo ein hoher Steuersatz auf einen fehlenden Zugang zu anderen geförderten Modellen trifft.
Der Steuer-Hebel im Detail
Der eigentliche Reiz liegt im Sonderausgabenabzug. Seit 2023 sind die Beiträge zu 100 Prozent absetzbar. Je höher dein persönlicher Grenzsteuersatz, desto größer die Ersparnis. Ein Beispiel für einen Selbstständigen mit Spitzensteuersatz zeigt die Wirkung:
| Jährlicher Beitrag | Grenzsteuersatz | Steuerersparnis pro Jahr |
|---|---|---|
| 5.000 Euro | 42 % | ca. 2.100 Euro |
| 10.000 Euro | 42 % | ca. 4.200 Euro |
| 20.000 Euro | 45 % | ca. 9.000 Euro |
Ein Selbstständiger, der 10.000 Euro einzahlt, bekommt bei 42 Prozent Grenzsteuersatz also rund 4.200 Euro über die Steuererklärung zurück. Effektiv kostet ihn die Altersvorsorge damit nur einen Bruchteil der Einzahlung. Diese Ersparnis ist der Grund, warum die Basisrente oft schlicht als Steuer-Hebel bezeichnet wird.
Nachgelagerte Besteuerung in der Rente
Was du heute absetzt, versteuerst du später. Die Basisrente unterliegt der nachgelagerten Besteuerung, wie sie auch für die gesetzliche Rente gilt. Der steuerpflichtige Anteil hängt vom Jahr des Rentenbeginns ab: Wer 2026 in Rente geht, muss 84 Prozent der Rente versteuern, der Rest bleibt steuerfrei. Für spätere Jahrgänge steigt dieser Anteil schrittweise weiter an, bis er 100 Prozent erreicht.
Der Steuervorteil bleibt trotzdem meist bestehen, weil der persönliche Steuersatz im Ruhestand in der Regel niedriger ist als im Berufsleben. Du verschiebst die Steuer also aus einer Phase mit hohem Satz in eine mit niedrigem. Wichtig: Anders als bei einem privaten Depot fällt bei der Auszahlung keine Abgeltungsteuer auf die Erträge an, es gilt allein die Rentenbesteuerung.
Damit sich die Basisrente rechnet, brauchst du eine gewisse Lebenserwartung im Ruhestand, denn die Zahlungen laufen zwar lebenslang, starten aber erst mit dem Rentenbeginn. Als grobe Orientierung gilt: Je näher du dem Ruhestand bist und je höher dein aktueller Steuersatz, desto schneller amortisiert sich der Vertrag über die sofortige Steuerersparnis. Selbstständige nutzen die Basisrente daher gern in ertragsstarken Jahren, um gezielt die Steuerlast zu senken, und passen ihre Beiträge flexibel an die Auftragslage an.
Fondsgebundene Rürup-Rente mit ETFs
Moderne Basisrenten müssen keine renditeschwachen Verträge sein. Bei einer fondsgebundenen Rürup-Rente fließen deine Beiträge in ETFs oder Fonds, sodass du an den Kapitalmärkten teilhast. Achte dabei besonders auf die Kosten, denn hohe Abschluss- und Verwaltungskosten fressen die Rendite auf. Sogenannte Nettotarife ohne Abschlussprovision, kombiniert mit günstigen Index-ETFs, sind hier oft die bessere Wahl.
- hoher Sonderausgabenabzug, ideal bei großem Grenzsteuersatz
- lebenslange, garantierte Rentenzahlung
- Kapital in der Ansparphase pfändungsgeschützt
- auch als fondsgebundene Variante mit ETFs möglich
- keine Kapitalauszahlung, nur monatliche Rente
- nicht vererbbar ohne teure Zusatzbausteine
- langfristige Bindung, kein vorzeitiger Zugriff
- bei klassischen Tarifen oft hohe Kosten
Für wen sich die Basisrente lohnt
Die Rürup-Rente passt vor allem zu Selbstständigen und Freiberuflern, die keinen Anspruch auf Riester oder eine betriebliche Altersvorsorge haben, sowie zu Angestellten mit sehr hohem Einkommen, die ihren Steuervorteil maximieren wollen. Bevor du abschließt, solltest du deine konkrete Rentenlücke berechnen und die Basisrente mit anderen Optionen abgleichen. Der ausführliche Vergleich von Riester und Rürup hilft bei der Grundsatzentscheidung, welches geförderte Modell zu deiner Lebenssituation passt.
Wie viel kann ich 2026 über die Rürup-Rente absetzen?
Kann ich mir die Rürup-Rente auszahlen lassen?
Wie wird die Rürup-Rente im Alter besteuert?
Ist eine fondsgebundene Rürup-Rente sinnvoll?
Fazit
Die Rürup-Rente ist ein starker Steuer-Hebel für alle mit hohem Grenzsteuersatz und ohne Zugang zu anderen geförderten Modellen. Bis zu 30.826 Euro absetzbare Beiträge bringen Selbstständigen erhebliche Ersparnisse, verlangen aber im Gegenzug maximale Bindung ohne Kapitalauszahlung. Wer die nachgelagerte Besteuerung einkalkuliert, günstige fondsgebundene Tarife wählt und die Basisrente in eine Gesamtstrategie einbettet, holt das Beste heraus. Weitere Ratgeber zur Altersvorsorge findest du in unserer Rubrik Geldanlage.